titelTierauge
2009

Swimming in the sand - von Linyanti nach Savuti   um die 40 - 80km / lange!

Obwohl wir noch zwei Nächte im Tschobe bleiben würden, war für heute doch ein Wechsel der Campsite angesagt. Es sollte ein Stück weit Südlich gen Savuti gehen, einem der bekanntesten Camps im Park.

Obwohl der Weg erfreulich kurz war, präsentierte er sich doch als echte Herausforderung für Fahrer und Auto. So ging es oft und über mehrere Kilometer durch sehr weichen, lockeren Sand, der nur passierbar war, wenn man auf gar keinen Fall stehen blieb.
Nicht nur einmal hatten wir klitschnass geschwitzte Rücken und zitternde Hände.
Das Auto fühlte sich auf den Strecken an, als ob man mit platten Reifen und zu hoher Geschwindigkeit auf der Zweimeterspur der Autobahn fährt; wie ein Schiff auf einem viel zu schmalen, kurvigen Fluss.
Unser Schorsch bekam heute einige Zweige und Äste in die Seite und das Gepäck lag bei unserer Ankunft in Savuti in loser Schüttung im Kofferraum.

Dennoch waren wir recht früh am Ziel und konnten noch zu einer gemütlichen Pirschfahrt ins Elefantenland Savutimarsch aufbrechen. Unmengen Elefanten, Gnus, Giraffen und Großvögel bestätigten den Ruf Savutis als wild- und artenreichen Abschnitt des Tschobe.

Die wenigen Campgrounds in Savuti sind kreisförmig um einen Sanitärblock aufgebaut, der mit wirklich dicken (etwa 1 Meter starken) Mauern gesichert ist. Der Grund dafür wird relativ schnell klar - überall im Sand finden sich hunderte Elefantenspuren.
Und wir mussten auch nicht lange warten, bis die ersten Dickhäuter an den Büschen am Rande unserer Parzelle zu fressen begannen, keine 30 Meter von uns entfernt. Obwohl uns zunächst etwas unwohl war, so dicht bei einem Elefant ungeschützt im Freien zu stehen, merkten wir doch, dass die Tiere unseren Bereich zu respektieren schienen. Jedenfalls hielten sich die Tiere zwar an den Bäumen und Sträuchern zwischen belegten Campingplätze auf, nie jedoch auf diesen.

So waren diese Begegnungen mit den grauen Riesen und eigentlichen Herren des Busches nur wunderschön und wenig beängstigend. Vorsicht ja, Angst nein.
Vielleicht waren wir ja auch seit Linyanti abgehärtet oder hatten uns einfach an den Gedanken gewöhnt, DRAUSSEN zu sein.
Und so lange die Feuer von den Nachbarplätzen durch die Büsche zu sehen waren, machten wir uns keine großen Sorgen mehr.

Da Fleisch in unserem Kühlschrank, der ja nur bei eingeschalteter Zündung lief, nicht unbegrenzt haltbar war, gab es heute ganz unafrikanisch Nudelfertiggericht vom Blechteller.
Die blutrot untergehende Sonne beendete den Tag dennoch in Afrikaromantik.

Worte des Tages
Keep Momentum!!! (Meistzitierte Offroadregel beim Fahren im Sand)

Was ham wer heute gelernt?
Eine der wichtigsten Lektionen des Offroadfahrens: Kämpfe nicht gegen das Lenkrad. Wenn Du den Eindruck hat, dass das Auto ständig nach links zieht, bist Du nicht in der Spur und lenkst die Räder in den Tiefsand. Auch wenn Du der Meinung bist, gerade zu steuern. Lass dem Auto seinen Willen und alles wird gut.

Toms famous last words
Nachdem ich ja meine ersten Tiefsanderfahrungen auf dem Weg nach Linyanti gemacht habe, war heute mein Bruder dran, sich tiefsandmäßig zu „entjungfern“. Mit einer Mischung aus: „Gib Gas! Gib Gas!“, „Lass ihn laufen“, „Achtung Ast!“, Klong, „Egal, nicht so wild!“, mehreren „Keep Momentum!“ und einigen Stoßgebeten zu den Göttern des Tiefsandfahrens erreichten wir hervorragend gelaunt unser Etappenziel.
Als wir unseren Stellplatz und unseren Schorsch gemustert hatten und beide für sehr gut befunden hatten, beseitigten wir das Chaos, das im Innenraum und im Harttop durch die Fahrt entstanden war.
Nach einem Besuch der wirklich hervorragenden Sanitäranlagen sind wir dann zu unserer ersten Pirschfahrt durch das Umland aufgebrochen. Gefühlt waren hier viel mehr Martys, Pumbas, Dumbos, Melmans, etc. als im Etosha. Durch die sehr abwechslungsreiche Vegetation und die Vielfalt an großen und keinen Tieren, war hinter fast jeder Ecke und Kurve etwas Neues zu entdecken. Mir hat die Region Savuti bedeutend besser gefallen als der Etosha. Leider ließen sich immer noch keine Katzen sehen. Wir hatten ja Morgen immer noch einen ganzen Tag!
Bis dieser jedoch anbrach, hatte ich die schlimmste Nacht des Urlaubes zu bewältigen. In den Ausläufern der Kalahari kann es nachts sehr kalt werden. Die Nächte in Linyanti waren frisch aber sehr gut zu ertragen (wahrscheinlich durch die direkte Nähe zum Fluss). Die Nächte in Savuti waren sch… kalt. Meine Schlafkombination aus Kopfkissen und Zudecke (ich mag keine Schlafsäcke) stieß sehr schnell an ihre Grenzen. Trotz eines Pullovers, einem T-Shirt, einer Trainingshose und einem Paar Socken brachte ich große Teile der Nacht in einen frierenden wachen Zustand zu. Die Kälte kroch förmlich durch jede Ritze und jedes Loch ins Zelt und schien sich einen direkten Weg zu meinem frierenden Körper zu suchen.
Also merke: Das nächste Mal auf jeden Fall was wärmeres für die Nächte besorgen!
=> 5 of the Little Five der Namib , 3 of the Big Five, 4 of the Dangerous Six (immer noch keine Katzen)

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